Vom Prielschutzhaus ist es nicht mehr weit auf den Blosskogel, der neben dem Großen Priel leider nur ein Schattendasein führt. Meist wird für diese Wanderung der Weg über das Prielschutzhaus und wieder zurück gewählt. Spannender ist jedoch daraus eine Rundwanderung über die kaum bewanderten Almen nördlich des Öttl zu machen. Genau das habe ich heute vor.
Ich beginne beim Polsterstüberl und nehme von dort den markierten Normalweg (Weg Nr. 201) zum Prielschutzhaus (1.420 m). Gleich zu Beginn ist die Reithauserreith mit 1 Stunde 30 angeschrieben. Allerdings ist das der Weg über die Forststraße. Ein beliebter Abstieg für Wanderer die vom Ameiskogel kommend den Weg zum Bloßkogel nicht finden. Ich gehe links, das Prielschutzhaus ist mit 2 stunden angeschrieben. Vorbei am Klinser Wasserfall, der vollständig trocken ist, dem Großen Ofen und dem nicht mehr vorhandenen Gottseidank-Bankerl, komme ich zur Märchenwiese. Unterwegs begegnen mit immer wieder Wanderer, die vom Großen Priel kommend absteigen. Als ich zum ersten Mal die Lastenseilbahn quere weiß ich, dass es nicht mehr weit ist.

Gegen Mittag erreiche ich das Prielschutzhaus. Eine kleine Pause tut gut, ebenso die Hauslimonade Apfelsaft mit Ingwer und Melonenstückchen.
Laut Beschilderung sind es jetzt noch 15 Minuten auf den Gipfel. Auf dem Weg dahin komme ich noch am Hubschrauberlandeplatz vorbei, der leider viel zu oft vonnöten ist.
Am Gipfel trage ich mich ins Gipfelbuch ein und esse meine Jause. Jetzt beginnt der interessanteste Teil der Wanderung: der Abstieg über die Almen.
Der Weg über den Ameiskogel und die Grieseralmwiese wird oft als schwer zu findender Jägersteig beschrieben. So ist im Artikel Öttlberg und Ameiskogel
auf Alpenvereinaktiv zu lesen: „.. jedoch war der Jägersteig, der von der Unteren Salmeralm zum Blosskogel führt vollkommen verwachsen und daher kaum zu finden.“ An anderer Stelle ist zu lesen, das das Latschenfeld im oberen Teil, von der Grieseralmwiese kommend unmittelbar vor dem Gipfel frisch ausgeschnitten worden ist. So ist dem auch.

Trotzdem sind historische Steige und Jagdpfade teilweise komplett zugewachsen. Oft muss man sich die Route abschnittsweise komplett selbst suchen muss. So auch hier. Bei der Grieseralmwiese angekommen ist der Pfad deutlich zu sehen und geht nördlich an ihr vorbei. Ich folge ihm und genau das ist falsch. Also gehe ich wieder zurück und suche die Fortsetzung auf der anderen Seite der Wiese. Da ich nichts finde, gehe ich wieder auf den sichtbaren Pfad zurück, und folge ihm bis ich weit unter mir die Untere Salmeralm sehe. Ich steige den Hang direkt zu ihr ab und finde dort tatsächlich an östlichen Rand wieder den Einstieg zum Steig. Von nun an ist der Weg mehr oder weniger gut zu sehen und ich erreiche die bombastische Jagdhütte am Fuße des Ameiskogels. Hier gehe ich links vorbei und nehme bei der Gabelung des Forstweges nochmals die falsche Abzweigung zur Unteren Huemeralm. Rasch bemerke ich den Fehler und kehre um. Bei der Gabelung jetzt rechts zweigt kurz danach ein kaum sichtbarer Pfad links ab. Von nun an geht es praktisch immer auf kaum sichtbarem, von Gras verdecktem Pfad im Tal des Stegerbaches bergab.
Fazit: Vor allem der Abstieg war einzigartig. Der praktisch ausgetrocknete Stegersbach alleine ist die Wanderung schon wert. Bei der Planung habe ich peinlichst genau darauf geachtet beim Abstieg keine Gegensteigung einzubauen, was mir auch gelungen ist. So habe ich den Ameiskogel und Öttlberg bewußt umgangen. Besonders letzterer spart einige Höhenmeter.
Kartenansicht
Gesamtanstieg: 1106 m
Gesamtabstieg: -1080 m
Gesamtzeit: 07:22:00
Schwierigkeit: Gemütlich
Mittel
Anstrengend
Einkehrmöglichkeit: Prielschutzhaus
Fazit: sehr abwechslungsreiche Wanderung mit netten Begegnungen.






























































