Pfriemesköpfl 1870m (T)

  Wenn ich „Steig“ lese, ist meine Neugierde sofort geweckt. Das riecht nach Abwechslung, Herausforderung und Abenteuer. Im Allgemeinen rechne ich mit einem schmalen, unter Umständen sogar stellenweise mit Seil und Eisenklammern versicherten Steig. Nun stelle ich fest, dass dem nicht unbedingt so sein muss. Am Ortseingang zu Mutters bietet sich ein Parkplatz bei der Station „Mutters Birchfeld“ der Stubaitalbahn an. Durch die Siedlung Birchfeld geht es zur Talstation der Muttereralmbahn. Am Parkplatz halte ich mich zuerst zu weit rechts, bevor ich links die Wegweiser mit angeschriebenen Wanderwegen und Zielen entdecke. Das Schild „Pfriemesköpfl (über Steig)“ weckt mein Interesse und ich folge ihm. Bei der Forststraße geht der Weg etwas versteckt hinter der Wasserstation weiter. Der Weg entpuppt sich als für meine Begriffe normaler Waldweg. Mehrmals komme ich mit den allgegenwärtigen Radlern in Berührung, die „The Straight One“ bergab bretteln. Den Nockhof lasse ich links liegen und steige hurtig weiter bergauf bis ich die unscheinbare Sillenschmied Quelle  erreiche, die einst den Nockhof mit Trinkwasser versorgte. Kurz mache ich Rast und genieße die Ruhe. Dann geht es weiter, vorbei an der Hirschlacke – Naturdenkmal seit 1980 – zum ehemaligen „Gasthof Sennalm“, der etwas unterhalb der Bergstation der Mutterer Alm liegt. Die Mutterer Alm ist nur noch dem Namen nach eine Alm. Inzwischen ist dort ein riesiges Erlebnis- und Gastronomiezentrum entstanden, das ganzjährig in Betrieb ist. Der weitere Weg zum Pfriemesköpfl ist auch nicht mehr angeschrieben. Und wenn doch, dann sehr gut versteckt. Ich gehe am rechten Rand der linken Skipiste hoch, bis ich wieder auf die Schotterstraße treffe. Auf dieser bleibe ich bis zur Bergstation der Nockspitzbahn. Nun mache ich Mittagspause und grüble, ob ich noch weiter gehen soll und ob sich noch ein anderes Ziel zeitmäßig ausgehen würde. In der letzten Kehre ist auf einem Wegweiser die Birgitzköpflhütte mit 1 Stunde und die Pfriemeswand mit 1 h 30 angeschrieben. Beides scheint mir zu weit zu sein. Wo der Pfriemeskopf selbst ist, erschließt sich mir nicht. Der kleine Bergrücken reizt mich, da ich mir eine bessere Sicht nach Süden erhoffe. Erst einmal wende ich mich zur Bergstation und mache Mittagspause. Nach etwa einer halben Stunde breche ich zum Abstieg auf, doch in der ersten Kehre drehe ich mich nochmals um und entschließe mich nach langem Überlegen doch noch auf einen der beiden kleinen Gipfel auf dem Weg zur Pfriemeswand zu gehen. Vielleicht gibt es dort eine bessere Aussicht nach Süden? Nach kurzem steilen Aufstieg auf den kleinen Bergrücken beginnt ein Steig, den ich auch als solchen bezeichnen würde. Später stelle ich fest, dass die Kuppe rechts das Pfriemesköpfl ist. Ich bleibe aber auf den Steig in Richtung Süden. Ganz deutlich ist der Unterschied von West- und Osthang zu sehen. Im Westen bröckeliges Schiefergestein ohne nennenswerte Vegetation, auf der Westseite noch Grün und ein paar Latschen. Nun weiche ich vom Pfad ab und erklimme, den Fragmenten eines ehemaligen Weidezaunes folgend, die kleine Aussichtshöhe. Von hier aus ist die Birgitzköpflhütte zu sehen, der Weg dorthin verläuft ohne nennenswerte Steigungen. Wäre ich nicht so zögerlich gewesen, wäre sich diese ebenso wie die Pfriemeswand zeitmäßig noch ausgegangen. Nach einer Fotopause beginnt jetzt wirklich der Abstieg. Dabei umrunde ich noch den Speicherteich Panoramasee, der zurecht so heißt. Pünktlich um 16 Uhr erreiche ich wieder den Parkplatz.  

Kartenansicht

Gesamtstrecke: 15.29 km
Gesamtanstieg: 1230 m
Gesamtabstieg: -1222 m
Gesamtzeit: 06:15:33
Download file: _Track_2024-10-19 -Pfriemeskopf.gpx Schwierigkeit  Gemütlich         Mittel          Anstrengend

Einkehrmöglichkeiten: Nockhof, Bergstation Muttereralmbahn

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